Wenn Hochzeitstorten Geschichten erzählen könnten

Die Hochzeitstorte: Sie ist die Einzige, die der Braut am Tag der Hochzeit für einen kurzen Moment die Show stehlen darf. Als ein Highlight des kulinarischen Rahmenprogramms gebühren ihr Spotlight und Trommelwirbel. Phantasievoll, romantisch oder stylisch herausgeputzt sorgt ihr Auftritt zu jeder Tageszeit für einen Wow Effekt.   Natürlich ist es eine tolle Idee, die eigene Hochzeitstorte oder die für die beste Freundin selber zu backen. Wer sich an dieses „Experiment“ wagt, ohne fundierte Kenntnisse im Backen von mehrstöckigen Torten zu haben, wird voraussichtlich an seine Grenzen stoßen. Selbst Profis wie die Konditormeisterin Luise Strothenke planen je nach Bestellung und Aufwand für das Backen und Verzieren einer Hochzeitstorte 20 bis 40 Arbeitsstunden ein. Auf phantasievoll gestaltete Motivtorten hat sich die kreative Zuckerbäckerin aus Steinhagen spezialisiert. Verschiedene Lehrgänge als Cakedesignerin hat sie zudem absolviert. Es sind kleine Kunstwerke, die ihre 7 Sachen Manufaktur verlassen.


Der Faktor Zeit spielt bei der Realisierung dieser meisterlichen Torten eine wesentliche Rolle. Ein teures Gut, mit dem jede Braut und Brautjungfer kurz vor der Hochzeit sparsam umgehen sollte. Wer also vier Tage vor der Hochzeit nicht völlig tiefenentspannt ist und alle „To Does“ auf der langen Liste der Vorbereitungen längst erledigt hat, sollte das Projekt Hochzeitstorte lieber rechtzeitig in erfahrene Hände geben. Rechtzeitig: Das bedeutet je nach Tortenwunsch bis zu einem halbes Jahr vor dem Hochzeitsdatum.

„Einige unserer exklusiven Zutaten beziehen wir aus den USA oder aus England, da diese in Deutschland noch gar nicht verfügbar sind. Die Idee, Hochzeitstorten als liebevoll gestaltete Motivtorten zu kreieren, erreicht den deutschen Markt erst nach und nach. In den USA haben Hochzeitstorten eine größere Bedeutung als bei uns. Die Engländer sind noch kreativer. Es gibt eine gut vernetzte Community von Spezialisten, sogenannte Cakedesigner. Daher ist die Auswahl dort viel größer“, erläutert Luise Strothenke. „Ähnlich wie es bei Brautkleidern üblich ist, haben auch wir mit langen Lieferzeiten zu kämpfen.“

Zu dem Faktor Zeitaufwand gesellen sich weitere Hindernisse auf dem Weg zur selbst gebackenen Hochzeitstorte. Passen vier oder fünf Torten in den heimischen Kühlschrank? Auch diese Frage sollte vorher geklärt werden. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten werden die Torten dort viel Zeit verbringen, um die notwendige Festigkeit zu erlangen. Auch wenn diese Überlegungen eher technischer Natur sind, sollten sie dennoch nicht unterschätzt werden. Ein Kühlschrank, der für eine drei oder vierstöckige Torte keinen Platz bietet, kann das ganze Projekt ernsthaft gefährden.
 


Nach dem Backen werden die 10 cm hohen Böden (amerikanisches Maß für Hochzeitstorten) aufgeschnitten, schichtweise mit verschiedenen Füllungen (von Creme bis Frucht) versehen und anschließend Lage für Lage wieder zusammengesetzt. Was so einfach klingt birgt Tücken in sich. Denn: Die Füllmenge muss nahezu gleichmäßig aufgetragen werden. Anderenfalls wird die Torte mit jeder Lage schiefer und schiefer. Wer also nicht beabsichtigt den schiefen Turm von Pisa zu bauen, der sollte sehr sorgfältig arbeiten. Sobald die größte Torte fertig gefüllt ist, muss sie im Kühlschrank ruhen. Das sorgt für die notwendige Festigkeit. Manche Creme setzt sich mit der Zeit. Es kann also notwendig sein, die Torte zwischen den einzelnen Schritten immer wieder in die Kühlung zu geben. Der zweite und dritte Boden wird natürlich nach dem gleichen Prinzip verarbeitet.


Nachdem sich die Füllung im Kühlschrank gesetzt hat, werden die Torten nun auch von außen sehr sorgfältig mit der restlichen Creme überzogen. Es ist ratsam, Rand und Deckel der Torten in mehreren Schichten aufzutragen, damit eine ganz glatte Oberfläche entsteht. Die erste Schicht, die aufgetragen wird, bindet die Krümel, mit denen stets zu rechnen ist. Erst nachdem sich die erste Schicht im Kühlschrank verdichtet hat, sollte die zweite Schicht glatt aufgestrichen werden. Es ist der entscheidende Schritt, bevor die Torte mit einem Mantel aus Fondant oder Marzipan überzogen wird. Der Mantel einer Torte besteht je nach Geschmack aus Marzipan, Fondant, Schokoladenglasur oder Creme. Nur die beiden erstgenannten sind auch geeignet, weitere Dekorationen wie Blüten, Zuckerrosen, Motive jeder Art oder ein Brautpaar zu tragen. In den anderen Fällen würde die Dekoration einsinken. Kein schöner Anblick.


Wer weder Fondant noch Marzipan als Tortenüberzug mag, der wird mit einer Naked-Cake-Torte auf jeden Fall glücklich. Diese Torten lassen sich wunderschön mit Früchten oder echten Blüten verzieren.  

„Wenn die Dekoration der Torte aus Zuckerrosen oder Motiven besteht, die das Motto der Hochzeit aufgreifen, empfehlen wir jedem mit diesem Arbeitsschritt zu beginnen. Einerseits weil die Gestaltung der Motive zeitraubend ist aber auch weil sich die Dekorationen gekühlt längere Zeit aufbewahren lassen. Wir formen die Rosenblüten aus Fondant oder Marzipan. Blatt für Blatt. Dabei arbeiten wir von innen nach außen. So sehen unsere Kreationen später echten Blüten zum Verwechseln ähnlich. Je nach Größe der Blüten benötigen auch wir bis zu 15 Minuten für jede. Teilweise schmücken wir mehrstöckige Torten mit bis zu zwanzig dieser kleinen Kunstwerke. Alles echte Handarbeit.“


Bevor aber die mehrstöckige Torte verziert wird, müssen die einzelnen Torten aufeinander gesetzt werden. Für die Stabilität verwenden Profis sogenannte Tortendübel. Die Stäbe fallen nicht auf und werden an drei bis vier Stellen in die jeweils untere Torte gedrückt, bevor die nächste Torte on Top gesetzt wird. Die zusammengesetzte Torte erfährt nun ihr edles Finish. Die Dekoration kann aufgetragen werden.   Natürlich wird jeder daran denken noch ein Foto von dem Kunstwerk zu machen. Auch hier ein Tipp: Gut kommt die Torte vor einem schlichten sauberen Hintergrund zur Geltung. Der passende Hintergrund ist für jedes Motivfoto wichtig. So wird den Betrachter später nichts von dem Kunstwerk ablenken.  

Eine letzte Tücke stellt sich noch: Der Transport! Nicht jedes Auto ist geeignet. Im Sommer kommt die Wärme erschwerend hinzu. Wird die Torte nicht permanent gekühlt, wird sie an Stabilität verlieren. Ein Aspekt, den Luise Strothenke mit entsprechenden Transportboxen und einem eigenen Kühlwagen meistert.   „Torten, die sechs Stockwerke und mehr haben, setzen wir erst in der Lokation zusammen. Das anschließende Ausdekorieren sollte nicht unter Zeitdruck geschehen“, empfiehlt die Cakedesignerin.

Fotos: Martin Kimpel, André Schebaum


   

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